{"id":439,"date":"2016-02-07T09:08:31","date_gmt":"2016-02-07T09:08:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nerven-praxis.de\/patblog\/?p=439"},"modified":"2017-07-07T17:21:29","modified_gmt":"2017-07-07T17:21:29","slug":"aktuelles-wissen-zittern-tremor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nerven-praxis.de\/patblog\/2016\/02\/07\/aktuelles-wissen-zittern-tremor\/","title":{"rendered":"Aktuelles Wissen: Zittern (Tremor)"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: left;\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nerven-praxis.de\/patblog\/wp-content\/uploads\/zittern.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-441\" src=\"http:\/\/www.nerven-praxis.de\/patblog\/wp-content\/uploads\/zittern.jpg\" alt=\"zittern\" width=\"250\" height=\"221\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die g\u00e4ngigen Vorstellungen sehen so aus: Der Mensch zittert - wenn nicht vor K\u00e4lte, dann vor Angst oder Aufregung, aus Schw\u00e4che, im Alter, wegen einer schweren Krankheit, oder weil er Alkoholiker ist.<\/p>\n<p>Zittern m\u00f6chte deshalb niemand. Wer weder Angst hat, noch schwach, alt oder Alkoholiker ist und trotzdem zittert, versucht es zu verbergen. Je \u00e4lter er\/sie ist, umso gr\u00f6\u00dfer wird au\u00dferdem die Angst, vielleicht doch an einer Parkinson-Erkrankung zu leiden.<\/p>\n<p><strong>Was die wenigsten wissen: wir alle zittern !<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Unsere Bewegungsregulation funktioniert so, dass die Stellung unserer H\u00e4nde, Finger, unseres Kopfes st\u00e4ndig hin- und her reguliert wird. So entsteht ein leichtes Zittern, das bei den meisten Menschen allerdings so gering ausgepr\u00e4gt ist, dass wir es selbst nicht wahrnehmen oder bei anderen sehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bei manchen Menschen ist dieses normale Zittern jedoch durch erbliche Faktoren gr\u00f6ber und wird deshalb sichtbar, bei j\u00fcngeren nur in Aufregungssituationen, bei \u00e4lteren dann immer h\u00e4ufiger im Alltag. Das Zittern macht sich beim Halten eines Glases, einer Tasse oder eines L\u00f6ffels bemerkbar. Es kann auch zu \"Ja-\" oder \"Nein-\"Bewegungen des Kopfes f\u00fchren, die dann oft nur anderen Mitmenschen auffallen. Typisch ist, dass das Zittern der H\u00e4nde nur bei angehobenen Armen oder bei einer langsamen Bewegung auftritt, nie dagegen, wenn man die Arme h\u00e4ngen l\u00e4sst oder die H\u00e4nde entspannt ablegt.<\/p>\n<p><strong>Nicht jedes Zittern beim \u00e4lteren Menschen bedeutet Parkinson<\/strong><\/p>\n<p>Dieses meist rasche Zittern beider H\u00e4nde und des Kopfes nennt man den sogenannten \"essenziellen Tremor\" und hat mit der oft bef\u00fcrchteten Parkinson-Erkrankung nichts zu tun. Meist sind in der Familie bereits F\u00e4lle mit \u00e4hnlichem Zittern aufgetreten, es handelt sich um eine vererbte Anomalie ohne eigentlichen Krankheitswert.<br \/>\nAllerdings kann das Zittern mit zunehmendem Alter ein Ausma\u00df annehmen, das die Betroffenen erheblich st\u00f6rt oder sogar bei manchen T\u00e4tigkeiten behindert. F\u00fcr diese F\u00e4lle gibt es gut vertr\u00e4gliche Medikamente, welche dieses Zittern abmildern k\u00f6nnen. Im Einzelfall k\u00f6nnen diese Medikamente auch vor\u00fcbergehend angewendet werden, wenn man das Zittern in einer bestimmten Situation unbedingt vermeiden will.<\/p>\n<p><strong>Die mit Zittern beginnende Parkinson-Erkrankung ist die gutartigste Verlaufsform<\/strong><\/p>\n<p>Eine Parkinson-Erkrankung beginnt nicht selten ebenfalls mit einem Zittern. Dieses Zittern\u00a0 tritt allerdings oft nur einseitig und ausschlie\u00dflich bei entspannter Haltung der Hand auf, also beim losen Herabh\u00e4ngen oder Ablegen der Hand (sogenannter \"Ruhetremor\"). Das Zittern ist eher langsam und ist oft von einer leichten Drehbewegung der Hand begleitet.<br \/>\nDie gute Nachricht dabei ist, dass erstens die Parkinson-Erkrankung heute \u00fcber viele Jahre hinweg gut behandelbar ist und zweitens die mit Zittern beginnenden Formen die gutartigsten und am langsamsten verlaufenden Varianten der Parkinson-Erkrankung sind.<\/p>\n<p><strong>Die zumindest einmalige, neurologische Untersuchung ist bei Auftreten eines Tremors sinnvoll<\/strong><\/p>\n<p>Daneben gibt es noch eine Reihe von anderen Formen des Zitterns, die meist ebenfalls Ausdruck einer behandlungsbed\u00fcrftigen Erkrankung sind. Zittern - vom Mediziner Tremor genannt - geh\u00f6rt zu den sogenannten Bewegungsst\u00f6rungen und f\u00e4llt in das Ressort des Neurologen.<\/p>\n<p>Jeder - vor allem junge - Mensch mit einem f\u00fcr ihn bedeutsamen Zittern sollte sich daher zumindest einmal von einem Neurologen oder Nervenarzt untersuchen lassen, um das Zittern einordnen zu lassen und sich \u00fcber eventuelle Therapiem\u00f6glichkeiten oder -notwendigkeiten zu informieren.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Die g\u00e4ngigen Vorstellungen sehen so aus: Der Mensch zittert - wenn nicht vor K\u00e4lte, dann vor Angst oder Aufregung, aus Schw\u00e4che, im Alter, wegen einer schweren Krankheit, oder weil er Alkoholiker ist. Zittern m\u00f6chte deshalb niemand. Wer weder Angst hat, noch schwach, alt oder Alkoholiker ist und trotzdem zittert, versucht es zu verbergen. 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