{"id":154,"date":"2013-04-12T10:15:52","date_gmt":"2013-04-12T10:15:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nerven-praxis.de\/patblog\/?p=154"},"modified":"2017-07-07T17:26:14","modified_gmt":"2017-07-07T17:26:14","slug":"wissen-zum-thema-schlaganfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nerven-praxis.de\/patblog\/2013\/04\/12\/wissen-zum-thema-schlaganfall\/","title":{"rendered":"Aktuelles Wissen: Schlaganfall"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: left;\">\n<p>Es begann ganz pl\u00f6tzlich. Der 67j\u00e4hrige Rentner hatte gerade seinen Rasen gem\u00e4ht, den Rasenm\u00e4her in der Garage verstaut und wollte die T\u00fcr zu seinem Haus \u00f6ffnen. Beim Versuch, die T\u00fcrklinke zu dr\u00fccken, konnte er auf einmal den rechten Arm nicht mehr heben. Zu seiner durch Sturm-L\u00e4uten herbeigerufenen Ehefrau konnte er auch nicht mehr sprechen und ihr die Situation erkl\u00e4ren. Trotz gro\u00dfer Anstrengung gelangen ihm nur mehr unverst\u00e4ndliche Laute. Die Ehefrau reagierte sofort und verst\u00e4ndigte den Notarzt.<br \/>\nDas war des Rentners Gl\u00fcck Nummer eins.<!--more--><\/p>\n<p>Gl\u00fcck Nummer zwei war, dass das nur ca. 30 Minuten entfernte Krankenhaus \u00fcber eine Schlaganfall-Versorgungseinheit (\"stroke-unit\") verf\u00fcgt. Die Abl\u00e4ufe waren eingespielt. 1,5 Stunden nach Beginn der Symptome lag bereits eine Schichtaufnahme (Computertomografie) seines Kopfes mit Darstellung der Hirngef\u00e4\u00dfe vor, welche den Verschluss einer inneren Hirnarterie durch ein Blutgerinnsel zeigte. Alle anderen erforderlichen Untersuchungen waren durchgef\u00fchrt. Nach 2 Stunden wurde eine sogenannte Lyse-Therapie begonnen: ein Medikament zur Aufl\u00f6sung des Blutpropfes wurde ihm in die Vene verabreicht.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag hatten sich seine Symptome bereits wieder komplett zur\u00fcckgebildet. Eine Kontroll-Computertomografie zeigte die vollst\u00e4ndige Aufl\u00f6sung des Gerinnsels - Gl\u00fcck Nummer drei.<\/p>\n<p>Nur etwa 2% aller Patienten, die in Deutschland einen Schlaganfall erleiden, haben soviel Gl\u00fcck wie unser Rentner. Obwohl bereits viele Krankenh\u00e4user heute in der Lage sind, die erforderliche Therapie des Schlaganfalls durchzuf\u00fchren, scheitert die erfolgreiche Behandlung oft an der knappen, verf\u00fcgbaren Zeit bis zum Beginn der Infusion. Die Lysetherapie muss sp\u00e4testens 6 Stunden nach Einsetzen der Symptome begonnen werden, die Aussichten auf Erfolg sind umso besser, je fr\u00fcher die Behandlung einsetzt.<\/p>\n<p>Die erste Voraussetzung ist also die unverz\u00fcgliche Erkennung Schlaganfall-verd\u00e4chtiger Symptome durch den Patienten selbst oder andere Personen und die sofortige Verst\u00e4ndigung des Notarztes. Hieran scheitert bereits ein Gro\u00dfteil der Patienten. Nicht wenige Patienten legen sich erst mal ins Bett und hoffen darauf, dass die Symptome nach einem Nickerchen oder auch \u00fcber Nacht schon verschwunden sein werden.<br \/>\nDas jedoch ist der sicherste Weg zur dauerhaften Behinderung.<\/p>\n<p><strong>Woran erkennt man einen Schlaganfall ?<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr amerikanische Sanit\u00e4ter wurde der sogenannte \u201eGesicht-Arm-Sprache-Test\u201c (\u201eFace-Arm-Speech-Test\u201c, Merkhilfe: FAST) entwickelt, um eine rasche Erkennung von Schlaganf\u00e4llen zu erm\u00f6glichen. Dieser einfache Test\u00a0 ist erstaunlich genau in der Erkennung von Schlaganf\u00e4llen und sollte m\u00f6glichst allgemein bekannt sein:<\/p>\n<p><strong>Gesichtsschw\u00e4che:<\/strong> Kann die Person l\u00e4cheln ? H\u00e4ngt dabei ein Mundwinkel oder die Augenpartie ?<\/p>\n<p><strong>Armschw\u00e4che:<\/strong> Kann die Person beide Arme anheben ?<\/p>\n<p><strong>Sprachprobleme:<\/strong> Kann die Person klar sprechen und verstehen, was Sie sagen ?<\/p>\n<p>Wenn auch nur eine Frage mit Nein beantwortet wird (und keine Alkohol-bedingte St\u00f6rung vorliegt) besteht der dringende Verdacht auf einen Schlaganfall.<\/p>\n<p>Symptome eines Schlaganfalls treten<strong> typischerweise schlagartig<\/strong> auf. Ein Taubheitsgef\u00fchl oder die Schw\u00e4che eines Armes und\/oder Beines, eine verwaschene, kaum mehr verst\u00e4ndliche Sprache, erhebliche Schwierigkeiten beim Formulieren bzw. Finden von W\u00f6rtern oder Schwierigkeiten beim Sprachverst\u00e4ndnis sind h\u00e4ufige Symptome. Auch ein pl\u00f6tzliches Verschwommensehen oder der komplette Verlust des Sehverm\u00f6gens auf einem oder beiden Augen, eine pl\u00f6tzliche Verwirrtheit oder starke Gleichgewichtsst\u00f6rungen weisen ebenfalls auf einen Schlaganfall hin. Nicht zuletzt kann auch ein schlagartig einsetzender, sehr heftiger Kopfschmerz Hinweis auf einen Schlaganfall sein.<\/p>\n<p>Wichtig ist es auch zu wissen, dass sich typische Schlaganfallsymptome schon nach Minuten von selbst wieder bessern oder zur\u00fcck bilden k\u00f6nnen. Diese vermeintliche Besserung ist jedoch hoch gef\u00e4hrlich. Die sogenannten \u201etransienten isch\u00e4mischen Attacken (TIA)\u201c sind als letztes Warnsymptom zu verstehen, in vielen F\u00e4llen tritt der endg\u00fcltige Schlaganfall dann innerhalb der n\u00e4chsten Stunden oder Tage ein.\u00a0 Die Aufnahme in eine Klinik zu den notwendigen Untersuchungen ist auch in diesen F\u00e4llen unbedingt und ohne Verz\u00f6gerung erforderlich.<\/p>\n<p><strong>Was ist zu tun ?<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn Sie im Zweifel sind, rufen Sie sofort den Notarzt (nicht den Hausarzt !). Schildern Sie der Rettungs-Leitstelle die Symptome so genau, wie m\u00f6glich, um schon eine fr\u00fchzeitige Transportplanung in eine geeignete Klinik zu erm\u00f6glichen. Je nachdem, wo Sie wohnen und wie eindeutig die Symptomschilderung ist, wird die Leitstelle ggf. auch einen Hubschrauber-Transport organisieren und bereits die Klinik verst\u00e4ndigen, um die kritische Zeit bis zum Behandlungsbeginn m\u00f6glichst kurz zu halten.<\/p>\n<p>Denn in der Schlaganfallversorgung gilt allgemein der Leitsatz <strong>\u201etime is brain\u201c<\/strong> als Kurzfassung f\u00fcr die wichtigste Erkenntnis: je fr\u00fcher die Behandlung beginnt, umso mehr Gehirngewebe l\u00e4sst sich retten und umso geringer werden die verbleibenden Dauersch\u00e4den sein.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es begann ganz pl\u00f6tzlich. Der 67j\u00e4hrige Rentner hatte gerade seinen Rasen gem\u00e4ht, den Rasenm\u00e4her in der Garage verstaut und wollte die T\u00fcr zu seinem Haus \u00f6ffnen. Beim Versuch, die T\u00fcrklinke zu dr\u00fccken, konnte er auf einmal den rechten Arm nicht mehr heben. 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