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Was erwartet Sie bei einer Untersuchung in unserer Praxis?

Informationen zur Vereinbarung eines Untersuchungstermins finden Sie unter der Rubrik Termine

[Praxis-Stilleben] Damit Sie sich einen Eindruck verschaffen können, was Sie bei einem Besuch in unserer Praxis erwartet, haben wir für Sie den typischen Ablauf einer neurologischen Untersuchung beschrieben:

Neurologische Untersuchung

Auch zu den in unserer Praxis verfügbaren, apparativen Untersuchungen mit modernster Technik können Sie sich informieren:

Elektroencephalografie ("EEG")
Elektromyografie ("EMG")
Elektroneurografie
Evozierte Potenziale ( VEP, AEP, SEP)
Dopplersonografie (Extra- und transcraniell)
Liquorpunktion



Neurologische Untersuchung

1.) Die Vorgeschichte
Die Untersuchung beginnt im Sprechzimmer immer damit, dass Sie Ihre Beschwerden beschreiben. Dabei ist natürlich eine möglichst genaue Schilderung der Symptome (was genau verspüren Sie...?) und des zeitlichen Ablaufs ("seit wann..., wie oft...?") für den Untersucher wichtig. Es folgen meist einige gezielte Nachfragen.
Sie gehen danach in das angrenzende Untersuchungszimmer und werden gebeten, sich zu entkleiden, die Unterwäsche können Sie in der Regel anbehalten, die Strümpfe müssen Sie ausziehen. Dies ist für eine komplette neurologische Untersuchung erforderlich, die bei der Erstvorstellung immer durchgeführt wird, auch wenn Sie Ihre Beschwerden beispielsweise nur am Kopf oder an der Hand haben.


2.) Der körperliche Befund
Während der Untersuchung wird zunächst der Kopf untersucht: Augenbewegungen, Gesichts- und Halsmuskulatur, das Gefühl im Gesicht, das Hören etc. werden nacheinander kurz geprüft.
Danach folgen Tests des Gleichgewichtssystems und der Bewegungskoordination sowie der Arm- und Beinkraft im Sitzen, Stehen und Gehen, im Anschluss werden Sie aufgefordert, sich auf eine Liege zu legen.
In entspannter Rückenlage werden jetzt die Reflexe und das Gefühl an Armen und Beinen geprüft. Der einzig unangenehme Teil der gesamten Untersuchung ist hierbei das Kratzen am Außenrand beider Fußsohlen zur Überprüfung des sog. Babinski-Zeichens.
Die gesamte körperlich-neurologische Untersuchung dauert etwa 5 Minuten.

[Reflexhammer]

3.) Die apparativen Untersuchungen
Hieran schließen sich in der Regel 1 - 3 apparative Untersuchungen an, die sich natürlich an der Art der Beschwerden und der vermuteten Diagnose orientieren.
Beispielsweise wird bei Schmerzen, Gefühlsstörungen oder Lähmungen an Armen und Beinen meist eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (Neurografie) oder der elektrischen Muskelaktivität (EMG = Elektromyografie) erforderlich sein, bei Kopfschmerz und Schwindel wird in der Regel eine Messung der Gerhirnströme (EEG = Elektroencephalografie) vorgenommen. Bei vermuteten Durchblutungsstörungen des Gehirns kann die Blutströmung der Hals- und Hirngefäße mit Ultraschall gemessen werden (Dopplersonografie).
Für die Gesamtdauer aller apparativen Untersuchungen müssen Sie je nach erforderlichem Umfang zwischen 10 und 30 Minuten rechnen.

Verweise zu den Beschreibungen der verschiedenen Untersuchungstechniken finden Sie am Anfang dieser Seite.

4.) Das Abschlussgespräch
Meist erlauben die erfolgten Untersuchungen bereits jetzt eine Diagnosestellung und einen Therapievorschlag, die in einem abschließenden Gespräch erörtert werden. Sie haben hier Gelegenheit zu nachträglichen Anmerkungen oder gezielten Fragen.
In einigen Fällen werden noch weitere Untersuchungen entweder in der Praxis oder in einem Röntgeninstitut erforderlich sein. Nach Vereinbarung eventueller auswärtiger Termine erhalten Sie dann einen Wiedervorstellungstermin in unserer Praxis.

5.) Der schriftliche Arztbericht
Nach Abschluss der Diagnostik erhält Ihr Hausarzt bzw. der überweisende Arzt grundsätzlich einen ausführlichen schriftlichen Bericht. Da diese Berichte nach Diktat geschrieben werden, ist mit einer Verzögerung von 1-3 Tagen bis zum Vorliegen beim Hausarzt zu rechnen.

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Elektroencephalografie (EEG)

Hintergrund:
Ähnlich den Herzmuskelzellen produziert auch das Nervengewebe im Gehirn geringe elektrische Spannungsschwankungen, die sich mit geeigneten Geräten an der Hautoberfläche messen lassen. Wie das EKG bei der Untersuchung des Herzens liefert das EEG Informationen über den Ablauf elektrischer Entladungen im Gehirn.

Viele Erkrankungen des Gehirns können zu Veränderungen dieser elektrischen Aktivität führen, je nach Ausdehnung entweder im ganzen Gehirn oder nur an einzelnen Stellen. Um auch lokalisierte Veränderungen zu erfassen, müssen daher an vielen verschiedenen Ableitpunkten der Kopfoberfläche Elektroden angebracht werden.

Ablauf:
Dem Patienten wird zur Untersuchung eine Haube aus einzelnen Gummisträngen aufgesetzt, anschließend werden die Ableitelektroden an bestimmten, über die Kopfoberfläche verteilten Stellen befestigt.
In ruhiger Umgebung wird dann bei dem möglichst entspanntem Patienten mit geschlossenen Augen die Gehirnaktivität aufgezeichnet, zur Untersuchung gehört die wiederholte Augenöffnung und je nach Fragestellung ein minutenlang tiefes Ein- und Ausatmen oder die Stimulaton mit Lichtblitzen.

Die Untersuchung wird in unserer Praxis mit 20 Elektroden durchgeführt und dauert ca. 30 Minuten.

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Elektromyografie (EMG)

Hintergrund:
Bei einer beabsichtigten Bewegung eines Körperteils werden elektrische Impulse entlang der Nervenbahnen bis an die einzelnen Muskelzellen weitergegeben. Bei der Aktivierung der Muskelzellen werden ebenfalls elektrische Entladungen der Muskel-Zellwand ausgelöst, die sich in deren unmittelbarer Umgebung messen lassen. Um diese Entladungen messen zu können, wird eine dünne Ableitnadel in den Muskel eingestochen, an deren Spitze eine punktförmige Ableitelektrode gegen die Stahlhülle isoliert eingelassen ist.

Über die Messung der Aktivität einzelner Muskelzellen lassen sich so Aussagen über die Funktion der Muskelzellen selbst treffen und hierdurch Erkrankungen der Muskulatur erkennen und differenzieren. Aber auch eine Schädigung des jeweiligen, den Muskel versorgenden Nerven lässt sich an der Veränderung der messbaren Impulse in Ruhe und bei Anspannung erkennen.

Ablauf:
Bei der Untersuchung wird in einen oder nacheinander in mehrere Muskeln die dünne Ableitnadel eingestochen. Zunächst wird in entspannter Lage die sogenannte Spontanaktivität des Muskels gemessen, in einem gesunden Muskel herrscht hier weitgehende, elektrische "Stille".
Der Patient wird dann aufgefordert, den Muskel maximal anzuspannen. Es kommt jetzt zu einem Feuerwerk elektrischer Impulse, die sich am Bildschirm, aber auch akustisch über einen Lautsprecher in ihrer Menge und Form analysieren lassen.
In Einzelfällen wird dann noch der Patient zu einer nur leichten Anspannung des Muskels aufgefordert. Die Impulse lassen sich jetzt einzeln abgrenzen und werden ebenfalls in ihrer Form und Höhe beurteilt.

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Elektroneurografie

Hintergrund:
Entlang der Nervenbahnen werden die Impulse vermittelt, die z.B. einen Muskel zur Aktivität veranlassen (motorische Nervenfasern) oder dem Gehirn Wahrnehmungen am Körper melden (sensible Nervenfasern). Motorische und sensible Nervenfasern verlaufen häufig gemeinsam gebündelt in den einzelnen Nerven.
Durch elektrische Reizung der Nerven an geeigneter Stelle und Ableitung der hierdurch künstlich erzeugten Impulse an anderer Stelle lässt sich die Geschwindigkeit der Nervenleitung berechnen. Die Höhe des abgeleiteten Impulses gibt außerdem einen Hinweis auf die Anzahl der beteiligten und funktionsfähigen Nervenfasern.

Ablauf:
Je nach vorliegender Störung können sowohl am Arm als auch am Bein verschiedene Nerven gemessen werden. Bei Schmerzen und Gefühlsstörung der Hand wird z.B. häufig eine Leitungsstörung des Nervus medianus im Handgelenksbereich vermutet werden.

Zur Messung werden am Daumenballen Elektroden und am Zeigefinger zwei Ringelektroden mit Klettband befestigt. Mit einer Reizelektrode wird dann im Bereich von Handgelenk und Ellenbeuge jeweils ein elektrischer Reiz gesetzt. Der Patient verspürt dabei jeweils einen leichten "elektrischen Schlag", der zwar unangenehm, aber nicht eigentlich schmerzhaft ist.

Der am Daumenballen eintreffende motorische Impuls sowie die am Zeigefinger rückwärts einlaufenden sensiblen Erregungen werden elektronisch registriert und ausgewertet.

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Evozierte Potenziale

Hintergrund:
Äußere Reizimpulse, die über die Sehbahn, den Hörnerv oder die Gefühlsnerven das Gehirn erreichen, führen dort zu einer Veränderung der ständigen elektrischen Gehirnaktivität (siehe Abschnitt EEG).
Diese minimalen Veränderungen lassen sich erfassen, wenn die messbare Gehirnaktivität nach wiederholt gleichartigem Reiz elektronisch aufsummiert wird und die durch den Reiz ausgelösten Impulse ("evozieren" = auslösen) sich so vergrößert darstellen.
Höhe (Amplitude) und zeitliche Verzögerung (Latenz) des Auftretens dieser "Potenziale" werden gemessen und geben Hinweise auf Schädigungen der Seh-, Hör- oder Gefühlsnerven und der jeweiligen Bahnen im Zentralnervensystem.

Durchführung:

Visuell evozierte Potenziale (VEP):
Der Patient blickt möglichst starr auf einen Bildschirm, der ein schwarz-weißes Schachbrettmuster zeigt, das 1x pro Sekunde das Muster wechselt. Elektroden werden über der Sehrinde des Gehirns am Hinterkopf beidseits befestigt und leiten die hier messbare Gehirnaktivität an den Auswert-Computer weiter. Die Ableitung erfolgt über etwa 5-10 Minuten.

Akustisch evozierte Potenziale (AEP):
Der Patient trägt einen Kopfhörer, über den die beiden Hörnerven nacheinander stimuliert werden. Hierzu werden auf der untersuchten Seite rasch aufeinanderfolgende Klicklaute erzeugt, der Patient hört ein lautes Knattern. Um Störeinflüsse der anderen Seite auszuschließen wird dieses Ohr gleichzeitig durch ein Rauschgeräusch vertäubt. Die Ableitung erfolgt mittels Elektroden, die hinter dem Ohr am Kopf befestigt werden und dauert ca. 10 Minuten.

Somatosensorisch evozierte Potenziale (SEP):
Je nach zu untersuchender Nervenbahn können elektrische Reize entweder an der Hand oder am Fuß gesetzt werden. Hierzu werden Reizelektroden entweder am Handgelenk oder hinter dem Fuß-Innenknöchel aufgesetzt und rasch aufeinanderfolgende leichte Stromstöße erzeugt. Über den Gefühlsarealen des Gehirns werden die hier eintreffenden Impulse an der Kopfseite beidseits abgeleitet und vermessen. Die Untersuchung dauert ca. 10 Minuten.

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Dopplersonografie


Hirnarterien Hintergrund:
Jeder kennt das sich ändernde Geräusch eines vorbeifahrenden Polizeiwagens mit eingeschaltetem Martinshorn.

Schallwellen, die von einem sich bewegenden Objekt ausgehen, ändern ihre Frequenz je nach Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit des Objekts. Dieser sogenannte "Dopplereffekt" wird genützt, um mit Ultraschallwellen die Fließgeschwindigkeit der Blutkörperchen in den Arterien zu ermitteln.

So lassen sich Gefäßverengungen - sogenannte "Stenosen" - auffinden, die Ursache von Durchblutungsstörungen im Gehirn sein können.



Durchführung:

Extracranielle CW-Dopplersonografie:
Eine stiftförmige Sonde dient gleichzeitig als Ultraschallsender und -empfänger.
Um eine bessere Schallübertragung ins Gewebe zu erreichen, wird ein Gel auf die Haut aufgetragen. Die Sonde wird zunächst am Hals aufgesetzt und der Gefäßverlauf der verschiedenen Halsarterien durch langsames Verschieben der Sonde verfolgt.
Die dem Blutfluss entsprechende Änderung der Ultraschall-Frequenz wird auf einem Bildschirm dargestellt und gleichzeitig in ein hörbares, pulsierendes Rauschen umgewandelt. Beides wird vom Untersucher im Hinblick auf krankhafte Veränderungen beurteilt.

Transcranielle Dopplersonografie:
Hier dient die Schallsonde abwechselnd als Sender und Empfänger ("gepulster Doppler"). Die Zeitmessung zwischen Absenden und Rückkehr der Schallimpulse ermöglicht eine Rückrechnung auf die Entfernung schall-reflektierender Objekte.
Man kann so die Messung des Blutstroms auf eine bestimmte Tiefe eingrenzen.
Die Sonde wird an der Schläfe aufgesetzt, wo der Schädelknochen bei den meisten Menschen relativ dünn ist. Durch Veränderung der Meßtiefe kann man nun schrittweise den Verlauf eines Gefäßes im Gehirn bis in eine Tiefe von 10 cm und mehr verfolgen.

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Liquorpunktion


Schema Liquorpunktion Hintergrund:
Gehirn und Rückenmark schwimmen frei in einem Flüssigkeitsraum, der sich vom Schädelinneren bis zur Lendenwirbelsäule erstreckt.
Ähnlich den Blutveränderungen bei Krankheiten des Körpers kommt es zu messbaren Veränderungen dieser Flüssigkeit - dem sogenannten "Liquor" - bei vielen Erkrankungen des Zentralnervensystems.
Da das Rückenmark nur bis zum 1. Lendenwirbelkörper reicht, der Liquorraum sich aber noch über die ganze Lendenwirbelsäule fortsetzt, ist im unteren Teil eine Liquorentnahme gefahrlos möglich.

Ablauf:
Die Entnahme der Rückenmarksflüssigkeit erfolgt nur bei dem Verdacht auf bestimmte Erkrankungen, ist jedoch eigentlich nicht problematischer als eine Blutabnahme.
Der Patient sitzt mit stark gebeugtem Rücken, während der Arzt mit einer dünnen Nadel zwischen zwei Lendenwirbeln bis in den Flüssigkeitsraum des Wirbelkanals eingeht.
Es werden wenige Milliliter Liquor entnommen und die Nadel wird wieder entfernt, das ganze dauert weniger als 5 Minuten.

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