_______________________info_gedächtnis-störung
zuletzt überarbeitet: 16.2.2011
Im Stich gelassen -
Unser Gedächtnis und seine T(L)ücken
"Guten Tag Frau/Herr ...?".
Sie kennen das ? Die Person ist uns doch gut bekannt, aber der Name..., wie
war doch bloß der Name ?
Unser Gedächtnis lässt uns momentan im Stich, tagtäglich kommt das vor. Wir
behelfen uns, überspielen die Situation, irgendwann später fällt uns der
Name wieder ein.
Mit zwanzig denkt man an zu wenig Schlaf, den Wein gestern abend oder an den
vielen Stress. Mit sechzig denken viele nur noch eines: Alzheimer !?
Alter > 60 + Gedächtnisstörung = Alzheimer ?
Natürlich ist die oben beschriebene Situation in jedem Alter völlig normal.
Normal ist auch, sich schon am nächsten Tag nicht mehr daran zu erinnern.
Viele ältere Menschen registrieren solche Momente dagegen mit wachsender
Angst.
Gedächtnislücken und Merkschwäche haben gerade bei älteren Menschen jedoch
oft eine verhältnismäßig harmlose Ursache: Trainingsmangel.
Vor allem im Ruhestand sind viele Menschen geistig nicht mehr ausreichend
gefordert. Während das aktive Berufsleben tagsüber viele Male das Einprägen
und kurzfristige Wiedergeben von Informationen erfordert, fördern
gleichmäßiger Tagesablauf und das Fehlen von Anforderungen eine
"Konditionsschwäche" des Gehirns. Ähnlich der körperlichen
Fitness setzt auch der Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit ein
regelmäßiges Training voraus.
Das tägliche, auswendige Vortragen des Titelseiten-Inhalts der Zeitung kann
da schon helfen, ebenso eine Vielzahl unter dem Stichwort
"Gehirn-Jogging" im Buchhandel erhältlicher Bücher oder Spiele.
Noch anspruchsvoller und wirksamer ist beispielsweise das Erlernen oder
Auffrischen einer Fremdsprache.
Verschiedene Organerkrankungen können ebenfalls zu einer Einschränkung von
Konzentration und Merkfähigkeit führen, ebenso jede Form einer Depression.
Unzufriedenheit, Einsamkeit und Trauer über den Verlust einer nahestehenden
Person spielen hier oft eine Rolle, die dem Betroffenen nicht immer voll
bewusst ist.
Untersuchungen zeigen aber, dass das Alter für sich alleine zu keiner
Einschränkung des Gedächtnisses führt, lediglich die
Verarbeitungsgeschwindigkeit von Informationen lässt nach.
Wann muss man von einer krankhaften Leistungsstörung ausgehen und wie
häufig ist die Alzheimer'sche Erkrankung ?
Tatsächlich beginnt auch eine Demenz, also eine krankhafte Leistungsstörung
des Gehirns häufig mit einer Beeinträchtigung der Merkfähigkeit. Allerdings
ist diese bald relativ deutlich ausgeprägt und mit einfachen
Testuntersuchungen zu erfassen.
Das in unserer Praxis entwickelte Gedächtnistest-Programm
kann bereits einen Hinweis geben, ob der Verdacht auf eine
krankhafte Gedächtnisstörung besteht.
Die Diagnose einer Demenz setzt jedoch neben der Störung von
Gedächtnisfunktionen auch eine Beeinträchtigung anderer Gebiete der
Hirnleistung voraus. Zum Beispiel müssen das abstrakte Denken (z.B. die
übertragene Bedeutung von Sprichwörtern) , die räumlich-visuelle Leistung
(z.B. das Nachzeichnen von Figuren), die Urteilsfähigkeit, die Sprache oder
die korrekte Planung und Ausführung einfacher Handlungen betroffen sein.
Diese Störungen müssen den Patienten in seiner sozialen Umgebung und der
Alltagsbewältigung erkennbar beeinträchtigen, bevor eine krankhafte Störung
angenommen werden kann.
Als Ursache einer Demenz steht die Alzheimer'sche Erkrankung mit 60-80% aller
Fälle an erster Stelle. Etwa 10-15% der Demenzen sind durch Veränderungen an
den Gehirngefäßen erklärbar. Hierbei kommt es jedoch nicht etwa zu einer
"Verkalkung" im umgangssprachlichen Sinn, sondern Wandverdickungen
der kleinen Hirngefäße - meist infolge eines erhöhten Blutdrucks - führen
zu Durchblutungsstörungen und Vernarbungen in vielen kleinen Hirnarealen.
Gibt es eine wirksame Behandlung der Alzheimer Erkrankung ?
Heute stehen zur Behandlung der Alzheimer Demenz moderne Medikamente zur
Verfügung, die den zugrundeliegenden Mangel von Überträgerstoffen im Gehirn
zumindest teilweise wieder ausgleichen können. Die hohen Kosten dieser
Medikamente setzen aber eine eindeutige Diagnosestellung und den
Wirksamkeitsnachweis beim einzelnen Patienten durch wiederholte
Testuntersuchungen voraus. Mit diesen Medikamenten lässt sich bei eindeutiger
Diagnose einer Alzheimer-Erkrankung die Leistungsschwäche wieder verbessern
und der fortschreitende Verlauf verzögern.
Nur die Untersuchung durch den Neurologen kann die Diagnose sichern
Eine zuverlässige Diagnose lässt sich nur anhand der Ergebnisse mehrerer,
standardisierter Tests treffen. Zuständig für die Durchführung und korrekte
Interpretation dieser Tests ist der Neurologe, Psychiater oder Nervenarzt.
Mittels einer ergänzenden körperlich-neurologischen Untersuchung werden
gleichzeitig andere Störungen des Nervensystems ausgeschlossen.
In unserer Praxis stehen mehrere standardisierte Testuntersuchungen zur
Verfügung, die für eine Beurteilung der Hirnleistungsfähigkeit in den
meisten Fällen ausreichen. In Einzelfällen ist bei unklaren Ergebnissen eine
zusätzliche Testung in einer spezialisierten Einrichtung erforderlich, die
wir dann vermitteln können.
Hier finden Sie Informationen zur Vereinbarung eines Untersuchungstermins
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